Der Naturarzt: Das Leben hat immer einen Sinn

In der Ausgabe 6/97 der Zeitschrift "Der Naturarzt" beschreibt Konrad Müller-Christiansen die Schwierigkeit bei Krebspatienten den körperlichen und seelischen Heilungsprozeß in Gang zu bringen. Krebs sei mehr als eine Erkrankung des Körpers. Denn auch psychisch falle der Patient nach der Diagnosestellung in ein großes schwarzes Loch. Aber gerade die Auseinandersetzung des Patienten mit der Krankheit sei Voraussetzung für den Heilungsprozeß. Müller-Christiansen betont, daß "aus der realen Bedrohung, aus der Konfrontation und Auseinandersetzung mit der Krankheit eine Chance zur persönlichen Neuorientierung und Neubewertung des Lebens" entstehe. Meist neige der Krebspatient dazu, seine früheren Lebensprioritäten neu zu gewichten.

Die schulmedinische Behandlung der Tumortherapie - Chrirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie - ermöglichten in gewissem Rahmen zwar Heilung, jedoch hinterließe die schulmedinische Behandlung körperliche und seelische Narben. Körperlich erholten sich die Patienten relativ schnell, jedoch seelisch blieb die "permamente Bedrohung" zurück, daß der Krebs jederzeit wieder ausbrechen könnte. Während der Tumorbehandlung hätten Ärzte und Pflegekräfte mehr auf Diagnose und Behandlung des Tumors geschaut, als auf "Gefühle, Ängste, Sorgen, Nöte und Wünsche der Krebskranken".

Wenn es für Heilung zu spät sei, könne man immer noch versuchen durch sogenannte palliative Maßnahmen, eine Verbesserung der Lebensqualität zu bewirken: Bestrahlung stoppe die Ausbreitung von Metastasen, hochpotente Medikamente dämmten den Tumorschmerz ein und durch Bluttransfusionen und künstliche Ernährung linderte man den Verfall körperlicher Kräfte. Aber professionelle psychische Begleitung sei notwendig, um unheilbar kranke Krebspatienten auf das Ende vorzubereiten.

Warum gerade ich, fragten sich die Krebspatienten und suchten in ihrer Biographie nach den Ursachen der Krebsentstehung. Aber nicht nur vergangene schreckliche Ereignisse, sondern auch das Scheitern des persönlichen Lebenswerks komme bei der Ursachenforschung in Betracht.

Krebs und Psyche seien mitander verknüpft. Es sei bekannt, daß auf molekularer Ebene zwischen Psyche, den Botenstoffen von Nervenzellen sowie unserem Immunsystem vielfältige Zusammenhänge beständen. Diese Zusammenhänge wurden durch die Methoden der Psycho-Neuro-Immunologie nachgewiesen: "Menschen, die unglücklich oder starken seelischen Belastung ausgesetzt sind, erkranken häufiger an Infektionen. Umgekehrt stärkt seelische Ausgeglichenheit die körpereigenen Abwehrkräfte und Entsprechendes gilt inzwischen auch für Krebs" - so Müller-Christiansen.

 

 

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Zuletzt aktualisiert am: 05-Jun-2006 2:10
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