Psychologie heute: "Die Schulmedizin muß bewußter mit dem Prinzip Hoffnung umgehen"
In
der Ausgabe Mai 1996 berichtet die Zeitschrift Psychologie heute über ein
Gespräch mit dem Onkologen Gerwin Kaiser, Sprecher der Arbeitsgruppe Biologische
Krebstherapie der Deutschen Krebshilfe in dem er Stellung bezieht über
unkonventionelle Krebstherapien und die zukünftige Entwicklung der Schulmedizin.
Kaiser betont, daß alternative Behandlungsformen bei Krebs auf keinen
Fall Alternativen zu den bewährten Verfahren der Schulmedizin seien. Es
fehlten fundierte Nachweise der vermeintlichen Heilerfolge und eine genaue Untersuchung
der Nebenwirkungen. Der große Teil der Krebskranken, der diese Methoden
in Anspruch nähme, stelle nicht die objektive Wirksamkeit in den Vordergrund,
sondern suche vor allem einen verständnisvollen Therapeuten, der hilfreich
zur Seite stehe. Dennoch könnten auch alternative Verfahren "indirekt"
Wirkung zeigen, da sie bei psychischen Bewältigung der Krankheit unterstützten.
Auf der Suche nach einer Lösung gegen den Krebs, habe man vermehrt nach Vorkommen von sekundären Pflanzenstoffen mit krebsbekämpfender Wirkung geforscht. Die "phytochemische Feinarbeit" der Forscher würde durch die Tatsache erschwert, daß es etwa fünf- bis zehntausend bioaktiver Substanzen gäbe, deren additive oder synergetische Wirkung noch unerforscht sei. Einige Studien belegten hingegen, daß Phytochemikalien "richtige Lebensmittel" und gesunde Ernährung nicht ersetzten. Der amerikanische Gesundheitswissenschaftler Paul Rosch betont, daß es unmöglich sei, "ein der Natur gleichwertiges Phyto-Konzentrat" industriell herzustellen. "Im Klartext: Bei Phyto-Pillen handelt es sich um Mogelpackungen.", so Watzl und Leitzmann.
Der renommierten amerikanische Ernährungswissenschaftler T. Colin Campbell von der Cornell Universität geht davon aus, daß etwa 80 bis 90 Prozent der gesamten Herz- und Krebserkrankungen vermieden werden könnten, wenn die Menschen eine höhere Priorität auf gesunde Ernährung setzten. "Undere Ernährungsweise ist ein Killer", meint Cambell. Er weist außerdem darauf hin, daß zwischen Intelligenz, Genuß und Gesundheit eine Verbindung bestehe, allerdings nur bei der Gabe natürlicher Lebensmittel.
Kaisers Arbeitsgruppe sei bei Bewertung alternativer Verfahren vor allem auf methodische Schwierigkeiten gestoßen. Überwiegend fehlten ausreichende fachwissenschaftliche Informationen. Denoch versuchte man die Frage nach der Wirksamkeit im Interesse aller Krebskranken genau zu überprüfen und solche unkonventionellen Verfahren zu entdecken, die möglicherweise weiter entwickelt werden könnten. Die nach Kaiser eher "unsicheren Kandidaten", die mit unerfüllbaren Erfolgsverheißungen, Krebspatienten gefährdeten, versuche man herauszufiltern.
Jeder Onkologe sei zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Prinzip Hoffnung aufgerufen und sollte nach Kaiser auch die Vielfalt unkonventioneller Verfahren sowie Ernährung, körperliche Bewegung, Sexualität, psychische und soziale Hilfe in das Behandlungskonzept miteinzubeziehen. Die Schulmedizin müsse lernen bewußter und differenzierter mit dem therapeutischen "Prinzip Hoffnung" im Sinne von menchlicher Wärme und Hoffnung umzugehen.
|
Diese Seite weiter empfehlen! |
Amselweg 1 35649 Bischoffen-Roßbach Tel.: (0 64 44)13 59 + 60 14 Fax.: (0 64 44) 61 36 Umatzsteuer-Identifikations-Nr. 039 832 30246 Zuletzt aktualisiert am: 05-Jun-2006 2:12 made by Kerstin Kellermann |